Geschichte

Geschichte des Sportclub 08 Schiefbahn

Seit Anfang dieses Jahrhunderts wird in Schiefbahn Fußball gespielt. Obwohl gerade in letzter Zeit noch einige interessante Dokumente aufgefunden wurden, wissen wir eigentlich recht wenig über die Gründungsjahre.


Drei Sportvereine im Dorf


Bereits vor der Jahrhundertwende hatten sich mit dem Reiterverein (1887), dem Turnverein und Radfahrverein Tourenclub (1899) drei Sportvereine im Dorf etabliert. Offensichtlich genügte deren Angebot jedoch einer Reihe von jungen Leuten nicht, die nach englischem Vorbild einen Ball mit den Füßen treten wollten Fußballspielen also. So fanden sich etliche Gruppen zunächst lose zusammen, um wöchentlich zumindest einmal im lockeren Kreis Fußball zu spielen, wie Max Ungermanns, einer der ersten Fußballpioniere, es dem Verfasser berichtete: Da war einmal der Katholische Jungmännerverband, da waren die „Studenten“, die aus Krefeld, Neuss und Mönchengladbach die Idee mitbrachten, und da waren Arbeiter aus der 1889 entstandenen Seidenweberei von Deuß & Oetker, die sich auf einem Bruchgelände am Nellenhof in Knickelsdorf tummelten.


Die Firma Deuß & Oetker tat in den Gründerjahren alles, um die Arbeiter hier bodenständig zu machen und unterstützt neben dem Häuserbau damals entstand die Arbeitersiedlung, die man im Volksmund „Kolonie“ nannte auch Initiativen für die Gründung kulturtreibender und sportlicher Vereine.


Fußball-Club „Kolonia“


So nimmt es nicht Wunder, dass am 10. August 1908 der Schiefbahner Fußball-Club „Kolonia“ gegründet wurde, dessen Vorstand aus vier Mitgliedern bestand: Hubert Niendick als Sprechwart, Wilhelm Gries junior als Geldwart, Jakob Leenen als Schriftwart und Michael Stumpen als Gerätewart. Zu den Gründern zählten weiter Karl Stumpen und Fritz Holtappel.



Dieser „FK Kolonia“, wie er sich offensichtlich wegen seiner Etablierung in der damaligen „Kolonie“ nannte, hatte es sich gemäß seinen Satzungen zum Ziel gesetzt, „den Sport zu verbreiten durch den (Sport-) Verkehr mit gleichartigen Clubs und Vereinen“ und wollte dieses Ziel durch regelmäßige Versammlungen erreichen, in welchen fremde und eigene Erfahrungen mitgeteilt, die Club-Angelegenheiten besprochen und Vorträge gehalten werden sollten.


27 Gründer


„Solange noch vier Mitglieder vorhanden sind, kann der Verein nicht aufgelöst werden“ heißt es im 12. und letzten Paragraphen dieser Satzung. Offensichtlich war man schnell unter diese magische Grenze gekommen, denn seit der Gründungsversammlung hat man nichts mehr vom „FC Kolonia“ gehört, dafür um so mehr von dem ebenfalls im Jahre 1908 gegründeten „Fußball-Club Schiefbahn 1908“, wie er sich zunächst ausweislich seines Vereinsstempels nannte. Die Namen der Gründungsmitglieder sind uns bekannt: Wilhelm und Karl Wirtz, Karl und Heinrich Vits, Heinrich und Leo Süsgens, Johann Bücheleres, Josef Becker, Ernst Dickmann, Heinrich und Johann Schwengers, Josef Kaiser, Kurt Höffgen, Bernhard Meller, Johann Palmen, Peter Toriedt, Karl und Peter Beschoten, Johann Klein, Max Ungermanns, Hermann Wahlen, Jakob Franken, Heinrich Röttges, Karl Stumpen, Willi Nellen, Heinrich Schmitz und Hans Kartenhaus.



Theoretisches Rüstzeug dieses neuen Vereins waren die Statuten, die dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Wirtz vorzulegen waren ein Auszug: „Als Rückgrat des Vereins bestehen die sogenannten Statuten, die sich jedes Mitglied einzuprägen hat und jederzeit beim Schriftführer zur Einsicht offen liegen.“


Ordnungsstrafe in Pfennigen


Es ist schon interessant, einmal einen Blick in diese Statuten zu werfen. Danach wurde die Leitung des Vereins in die Hände eines Vereinsausschusses gelegt, an dessen Spitze der 1. und 2. Vorsitzende stand. Der Ausschuss setzte sich zusammen aus fünf oder sieben Personen, und zwar neben dem Vorsitzenden aus dem Spielführer, dem Kassierer, dem Schriftführer und zwei Vertretern der allgemeinen Spielerschaft. Alle vier Wochen (!) sollte sich die ganze Mitgliederschaft zu Besprechungen, Zahlung der Beiträge usw. versammeln, wobei in aktive und passive Mitglieder sowie in Ehrenmitglieder unterschieden wurde. Man musste 16 Jahre alt sein, wenn man Mitglied werden wollte. Die „Autoritäten“ des Vorstandes hatten das Recht, Ordnungsstrafen zu erteilen. übungsspiele konnten nach Belieben der Spieler stattfinden, „sofern ihrer wenigstens drei Mann zugegen“ waren. u den sonntäglichen übungspielen hatte allerdings jedes Mitglied zu erscheinen, unbegründetes Ausbleiben wurde mit einer Ordnungsstrafe von zehn Pfennigen bestraft! Wer bei Wettspielen fehlte, musste 50 Pfennige zahlen. Das war damals sehr viel Geld, lag doch der Tageslohn (!) eines Fabrikarbeiters bei der Firma Deuß & Oetker für den 12-Stunden-Tag zwischen drei und 3,50 Mark. Für 50 Pfennige Strafgeld mussten die Mitglieder also rund zweieinhalb bis drei Stunden arbeiten!


1923/24 von links: Gerhard Hebben, Erwin Seidel, Albert Bungter, Hans Weuthen, Peter Meyer, Peter Schroers, Willy Röttges, Johann Callens, Peter Schaath, Jakob Schmitz, Johann Meyer, Küppers (Kleinenbroich), Willy Haubus


Keine Holzschuhe!


Interessant ist noch der § 12: „Bei übungsspielen und Wettspielen sind die Anstandsregeln vor allen anderen Dingen scharf zu befolgen. Unanständige Kleidung ist besonders zu vermeiden. Bei übertretung dieses Paragraphen kann der Spielführer seine weitgehendsten Rechte ausüben.“ Die durch die Spielregeln bedingte Einigkeit in Kleidung und Schuhzeug musste beachtet werden, insbesondere durften keine Holzschuhe (!) bei den Spielen getragen werden. Diese Statuten wurden von Heinrich Vits als 1. Vorsitzenden, Carl Vits als 1. Spielführer, dem Schriftführer Kartenhaus und den Vorstandsmitgliedern H. Schwengers und Hermann Pierlings am 30. Juli 1909 dem Bürgermeister vorgelegt und genehmigt. Im gleichen Jahr noch wurde eine Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Vorsitzender wurde nun Josef Tönnessen, Kassierer Leo Süsges und Schriftführer Gottfried Weuffen. Unter der neuen Leitung nahm der junge Fußballverein einen gewaltigen Aufschwung, zumal er im Jahre 1911 in den Westdeutschen Spielverband eingegliedert wurde und sich so auch an den offiziellen Spielrunden beteiligen konnte. Wir besitzen noch die Namen der Mitglieder der 1. Mannschaft aus dem Jahr 1913, die für einen ersten leistungsmäßigen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte sorgten: J. Tönnessen, A.Schmitz, G. Krüll, J. Baues, P. Haas, H. Wesseler, J. Pierkes, M. Ungermanns, Joh. Kaulen, R. Vander und P. Frehn. Diese Fußballer waren also die erste Mannschaft, die auf dem 1913 errichteten Sportplatz im Bruch, der heutigen Siedlerallee, spielte. Leider riss der 1. Weltkrieg diese junge aufstrebende Mannschaft brutal auseinander und stoppte für viele Jahre den Aufschwung. Die meisten der Spieler wurden eingezogen und rückten an die Kriegsfront. Im ersten Kriegsjahr fiel bereits Josef Tönnessen, zwei Jahre später dessen Bruder Heinrich. Elf Vereinsmitglieder ließen als Soldaten ihr Leben; insgesamt fielen 130 Schiefbahner Soldaten im 1. Weltkrieg.


Vereine als potenzielle Gegner


Der Vorstand des Sportclubs wechselte, bedingt durch den Krieg, mehrfach. So sehen wir in dieser Zeit erstmals Josef Baues als 1. Vorsitzenden, 2. Vorsitzender wurde Anton Theissen, Schriftführer Walter Dohr und Max Ungermanns, Kassierer Hermann Wahlen. Weitere Vorsitzende waren in diesen schweren Zeiten Johann Klein und Franz Köntges. Schwer taten sich alle Sportvereine nach dem Ersten Weltkrieg., den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, zumal die belgische Besatzungsmacht in den Vereinen potenzielle Gegner sahen, die völkisch gesinnt waren und damit der Besatzungsmacht feindlich gegenüber standen. Im Jahre 1920 versuchte deshalb der damals noch junge Lehrer Wolters, der in Niederheide unterrichtete, die beiden großen Schiefbahner Vereine, den Turnverein 1899 und den Sportclub 08, unter ein sportliches Dach zu bringen. Diese neue Vereinigung trug den Namen „Turn- und Spielverein Schiefbahn“. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine Gedenktafel für die gefallenen Sportkameraden aus dem 1. Weltkrieg feierlich eingeweiht. Lehrer Wolters, der in diesem Punkt weit voraus dachte, hatte sich aber verrechnet: Zu groß waren die Widerstände innerhalb beider ehemaliger Vereine, zu groß waren damals noch die Unterschiede zwischen Turnern und Fußballern. Es waren zwei sportliche Welten, die hier aufeinander trafen. Heute kann man sich schwer in diese Mentalität hineinversetzen. Im gleichen Jahr 1920 wurde der „Turn- und Spielverein Schiefbahn“ wieder aufgelöst. Der „Sportclub 08“, wie er sich nannte, wählte nun wieder Josef Baues zum 1. Vorsitzenden, dessen Hauptaugenmerk eine kontinuierliche und gute Jugendarbeit war. So blieb es nicht aus, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten und ersten Teilerfolgen im Jahre 1926 auch die erste Jugendmeisterschaft errungen wurde. Von dieser guten Jugendarbeit profitierte aber nicht zuletzt auch die 1. Mannschaft, die in den Jahren 1927/28 und 1928/29 jeweils die Meisterschaft in ihrer Klasse holen konnte und dadurch in die 2. Bezirksklasse vorrückte.



1928, Meistermannschaft von links: Vorsitzender Josef Baues, Heinrich Franken, Peter Reynardi, Willi Nötges, Hubert Breuer, Hubert Helten, Karl Kaiser, Matthias Esser, Peter Germes, Peter Schrörs, Karl Helden, Hubert Spicker, Heinz Feldewerth, Michael Porten, Peter Enders, Fritz Busse, Heinrich Spitz, Ferdinand Cranen.


Platz an der „Seufzerallee“


Die 1. Mannschaft mit Nötges, Breuer, Helten, Kaiser, Esser, Germes, Schrörs, Helden, Spicker, Feldewerth, Porten, Enders und Büsse verkörperte damals für die Schiefbahner Jugend die sportlichen Ideale, die man später auswärts suchte. Erschwert wurde den Schiefbahner Fußballern damals die Durchführung von Spielen deshalb, weil der Sportplatz an der heutigen Siedlerallee selbst den damals nicht sehr hohen Anforderungen nicht entsprach und vom Verband nicht zugelassen wurde. In den zwanziger Jahren war zwar an der Südseite des an der „Seufzerallee“ gelegenen Platzes eine einfache Holztribüne von den Radsportlern errichtet worden, die eine Aschenrundbahn angelegt hatten und dort auch Rennen fuhren. Dennoch war durch die fehlende Drainage und Kanalisierung dieses tief gelegenen Bruchgeländes kein stabiler Untergrund gegeben; zumindest im Winterhalbjahr stand der Platz immer unter Wasser.


Alte Schiefbahner wissen sich noch zu erinnern, wie viel an Auffüllmitteln in den damaligen Jahren vergeblich in den Sportplatz gekarrt wurde. Die Meisterschaftsspiele mussten also auf fremden Plätzen ausgetragen werden. Dazu kam, dass der Sportclub Ende 1929 eine schwere interne Krise zu überwinden hatte, die erst behoben werden konnte, als im Frühjahr 1930 der damalige Dorfarzt Dr. Kesternich die Vereinsführung übernahm. Sein plötzlicher Tod, nur ein Jahr nach seiner Amtsübernahme, löste deshalb große Betroffenheit aus. Wenig später starb auch noch einer der besten Spieler der 1. Mannschaft, Peter Germes zwei Ereignisse, die das Vereinsgefüge erneut erschütterten.



Johann Bücheleres hielt Festrede


Nun war es wieder Lehrer Wolters, der die Führung des Vereins übernahm und der bis zum Jahre 1934, als er aus beruflichen Gründen Schiefbahn verließ, den Verein wieder zu stärkster Leistungsfähigkeit führte. Danach war es erneut Josef Baues, dem der Sportclub 08 unendlich viel zu verdanken hat, der das Steuer in die Hand nahm und in schwerer Zeit von 1934 an wieder 1. Vorsitzender war. Ihm zur Seite stellte sich der Nachfolger von Dr. Kesternich, Dr. Nippesen, der neben seiner Arbeit im Sanitätswesen sich auf diesem sportlichen Sektor besondere Verdienste erwarb. So richtete man erneut sein Hauptaugenmerk auf die Jugendarbeit, wobei man nicht vergaß, auf das Vorbild und die Leistungen der alten Fußballer hinzuweisen und Brücken zu schlagen. Ein Beispiel dafür ist eine Weihnachtsfeier der Jugendabteilung, die im Dezember 1935 im Saale von Schwan abgehalten wurde und in der ein Mitbegründer des Sportclubs, Johann Bücheleres, die Festrede hielt und einen interessanten überblick über die Geschichte des Clubs gab.


Objektschutz gegen Missbrauch


Aber auch die äußeren Spielbedingungen wurden günstiger, als im Sommer 1934 der Sportplatz renoviert wurde. Der Vertreter aller Sportvereine hatte sich mit einer entsprechenden Bitte an den Bürgermeister gewandt, damals wurde der Haupteingang verlegt und eine neue Umzäunung des Spielfeldes angebracht.


Ein Jahr später wurde auch die Tribüne instandgesetzt und sichergestellt, dass die Sportanlage vor allem möglichen Interessenten-“Missbrauch“ geschützt wurde. In einer Strafandrohung hieß es damals: „Um einen dauernden guten Zustand dieses Objektes herbeizuführen, wird in Zukunft jeder Volksgenosse, der sich außerhalb von Trainings-und Sportstunden, außerhalb der Spieltage von HJ, DJ und BDM sowie der Schulen aufhält, mit einem polizeilichen Strafmandat belegt. Diese Verordnung der Gemeinde ist nur zu begrüßen, da vor allem der Sportplatz eine der schönsten Grünanlagen innerhalb unserer Gemeinde darstellt und eine fortwährende mutwillige Zerstörung der Tribüne seinen schönen Wert für alle Volksgenossen wieder stark beeinträchtigt.“



Nur zwei Jahre später, rechtzeitig vor dem 30jährigen Jubiläum des Clubs, wurde der Sportplatz an der Siedlerallee neu gestaltet. In einer entsprechenden Zeitungsnotiz vom 15.6.1938 heißt es hierzu: „Durch die immer reger werdende Sporttätigkeit der deutschen Jugend genügte der Schiefbahner Gemeindesportplatz schon lange nicht mehr den Anforderungen. Mängel haben nun den Bürgermeister (Geldbach, d.Verf.) veranlasst, einen neuen Sportplatz anlegen zu lassen.


Krieg verhinderte Ausbau


Der neue Platz sollte hinter dem alten erstehen und nach den Richtlinien und unter Zugrundlegung eines Standardplanes des Reichssportamtes angelegt werden. Er wird insgesamt 175 mal 125 m groß, erhält eine sechs Meter breite 400-Meter-Laufbahn mit 100-Meter-Bahn, ferner Sprunggruben und Kugelstoßfelder. Für die Zuschauer werden rund um die Bahn Erhöhungen geschaffen. Eine vorbildliche Grünanlage wird dem Ganzen ein besonders reizvolles Gepräge geben. Bis zur Fertigstellung des neuen Platzes, an der sich die Sportvereine beteiligen werden, wird der alte Platz weiter benutzt. Durch die Bebauung der vorderen Wiesen ist seitlich ein neuer Eingang geschaffen.“


Leider verhinderte der wenig später ausbrechende Zweite Weltkrieg diesen geplanten Ausbau.


Auch Faustball beim SC


Die Festlichkeiten anlässlich des 30jährigens Bestehens des SC 08 wurden fast generalstabsmäßig vorbereitet. Erster Höhepunkt war die Teilnahme an einem großen Staffellauf „Quer durch Schiefbahn“, der erstmalig mit einem Volksfest am 31. Juli 1938 durchgeführt wurde. Es wurde zugleich die gerade entstandene Siedlung eingeweiht. Den Staffellauf gewann übrigens der Turnverein, vor dem Fußballclub und einer Parteiformation.


Der Sportclub hatte damals nicht nur die Sparte Fußball in seinem Angebot, sondern auch Leichtathletik und Spiele. So beteiligte sich der Club damals beispielsweise auch an Faustballkämpfen, bei denen er den Turnverein mit 45:30 Punkten und die SA mit 60:27 Punkten schlug!


Bei der folgenden Jahreshauptversammlung wurde Josef Baues erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter wurde Johann Kaulen, Geschäftsführer und Jugendwart Johannes Heisters, Kassierer Josef Heitkamp, Dienstwart Theo Gossens und Leichtathletikobmann August Büsse.



Zum Höhepunkt des Jubeljahres wurde die Festwoche im September 1938. Im Mittelpunkt stand ein Spiel der 1. Mannschaft gegen eine holländische Mannschaft aus Venrey, die an der Grenze bei Kaldenkirchen abgeholt wurde. Im Saal von Karl Holtz wurde eine Feier veranstaltet, bei der die Festrede von dem inzwischen zum Ehrenvorsitzenden ernannten Dr. Nippesen gehalten wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Fahne des Vereins eingeweiht, die erste Fahne des damaligen Reichsbundes für Leibesübungen in Schiefbahn! Katharina Einköther überreichte dazu von den Damen des Vereins eine schöne Fahnenschleife. Im Auftrage des Reichsbundes wurden die Sportkameraden Josef Baues und der Jugendleiter des Vereins, Matthias Esser, durch überreichung der Ehrenbriefe des Reichsbundes geehrt.


Im unterhaltsamen Teil des Abends erfreute Peter Hüsgen als Tenor mit Liedbeiträgen. Die Jugend zeigte Ausschnitte aus der Fußballschule und der Tourenclub einen Schulreigen, dem sich der jugendliche Meisterfahrer Hahnegreß vom Radfahrverein „Blitz“ anschloss.


Die 1. Mannschaft spielte damals zwar gut, dennoch erreichte sie nie sehr gute Leistungen. Ein Beispiel ist ein Meisterschaftsspiel, welches kurz nach Kriegsbeginn, am 15. Oktober 1939, gegen Anrath stattfand. Man spielte damals in der Gruppe West der Kreisklasse zusammen mit den Krefelder Vereinen Viktoria, Spielsport, FC Hüls, Rasensport Kempen, dem alten Erzrivalen VfL Willich und Viktoria Anrath. Die Schiefbahner standen an drittletzter Stellen und bezogen in Anrath eine 0:8Niederlage, wobei es in entsprechenden Zeitungsartikeln heißt, dass „trotz des hohen Sieges der Kampf interessant war und Schiefbahn sich bemühte, trotz der Unterlegenheit das Spiel offen zu halten.“


„Wer ist der Dullste?“



Im Jahre des Kriegsausbruches war es auch, als der „Club“ einmal mehr in Schiefbahn für den rechten Karnevalstrubel sorgte. Bereits in den Jahren zuvor hatten die Fußballer hier Pionierdienste geleistet. Unvergesslich ist beispielsweise ein Fastnachtsspiel aus dem Jahre 1934 „Japan gegen China“, in dem die entsprechend maskierten Fußballer vor über 1000 Zuschauern (!) ihren Jux veranstalteten.


In der damaligen Tageszeitung der „Volksparole“ vom 4. Februar 1939 heißt es unter anderem: „Karneval in Vorbereitung. In kleinerem und auch schon etwas ausgedehnterem Kreise sind die Schiefbahner in dieser lustigen Zeit sehr rege... Es sind besonders die örtlichen Vereine, die Fastnachtsveranstaltungen aufziehen. Wie immer steht hier der Sportclub 08 vorne. Dieser ruft seine große rot-weiße Sportfamilie zum 5. Februar unter der Devise „Wer ist der Dullste“ zusammen, unter anderem werden hierbei auch die besten Kostüme prämiert. Da früher der Vereinsführer und sehr viele Mitglieder der eingegangenen örtlichen Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß angehörten, ist es möglich, dass auch dieser noch zu neuem Leben erweckt wird.“



Gerade in den dreißiger Jahren hatte der Sportclub 08 neben dem Fußball ein umfangreiches Programm aufzuweisen; Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens war auch in jenem Jahr 1939 die Pfingsttour, die immer für alle Mitglieder schöne Tage der Erholung und Freude brachte. In einer Versammlung, die im April 1939 stattfand, verwies „Vereinsführer Baues nochmals auf die neu eingerichteten Turnstunden, die jeden Freitagabend stattfinden und bat um rege Beteiligung, da das Gerätetraining und die Körperschule für jeden Fußballer unbedingt notwendig seien.“


Jugendleiter Matthias Esser


Dann kam der große Krieg! Wieder mussten fast alle aktiven Spieler Soldat werden, wieder kehrten viele nicht zurück, sind gefallen oder gelten als vermisst oder wurden verwundet, so dass sie nie mehr Sport treiben konnten. Auch während des Zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb nicht ganz eingestellt, wenn auch keine Meisterschaftsspiele mehr durchgeführt werden konnten. Zeitweise waren sogar sehr starke Mannschaften vorhanden, denn unter den zahlreich in Einquartierung lebenden Soldaten waren auch gute Fußballer. Aber das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Spielbetrieb der Jugend, die unter Jugendleiter Matthias Esser vorbildlich und konsequent weiter arbeitete. Als im Jahre 1943 Josef Baues zum Militärdienst einberufen wurde, 1947: SC-Vorsitzender Josef Baues begrüßt die Spieler einer englischen Mannschaft. übernahm Willi Töller die Vereinsführung. Erst im Herbst 1944, als die Front näher rückte und tagsüber alliierte Flugzeuge ein Spielen im Freien unmöglich machte, kam der Spielbetrieb ganz zum Erliegen.


Die Stunde Null, die am 1. März 1945 mit heftigen Kämpfen zwischen deutschen und alliierten Truppen in Schiefbahn eingeläutet wurde, bescherte auch dem Sport eine völlig veränderte Landschaft. Besatzung, Hunger, Not und Leid konnten jedoch nicht verhindern, dass bereits wenige Monate nach Beendigung des Krieges, am 18. August 1945, etwa 30 Vereinsmitglieder zusammenkamen, um über das Weiterleben des Vereins zu diskutieren. Unter Franz Breuer wurde eine neue Vereinsführung etabliert, die für den 20. Oktober 1945 eine außerordentliche Generalversammlung in das Vereinslokal von Karl Holtz einberief. Da waren es schon 58 Interessenten, vornehmlich junge Spieler, die auf einen regelmäßigen Spielbetrieb und ein geordnetes Vereinsleben drängten. Wieder war es Josef Baues, der ein weiteres Mal den neugewählten Vorstand leitete. Ihm zur Seite stand als 2. Vorsitzender Franz Breuer, Geschäftsführer wurde Peter Tillmanns, Kassierer Fritz Heikamp und Willi Jakobs.


Schuhe und Trikots fehlten


Eindrucksvoll schildert ein altes Vereinsheft diese Zeit: „Wie für alle anderen Vereine, so brach auch für den Sport-Club eine schwere Zeit an. Nach langen Bemühungen gelang es schließlich, von der Militärregierung die Genehmigung für die Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu erhalten. Doch waren hiermit noch lange nicht alle Voraussetzungen erfüllt, die Begleiterscheinungen eines verloren gegangenen Krieges zeigten ihre Auswirkung. Es fehlten Sportkleidungen, Schuhe, Ballmaterial und vieles mehr. Trotzdem zählte der Verein mit zu den ersten, die den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnten. Den Sportkameraden Jakob Jansen, Willi Schaath und Josef Heisters sei an dieser Stelle für ihre aufopfernde Arbeit besonders gedankt.“


So nahm die 1. Mannschaft bereits in der Spielsaison 1945/46 an den Meisterschaftsspielen teil und errang unter fünf teilnehmenden Vereinen den zweiten Tabellenplatz. Der Vorstand erfuhr bei der Generalversammlung am 4. August 1946 einige änderungen. 2. Vorsitzender wurde Peter Schroers, Geschäftsführer Hubert Vossenkuhl und Schriftführer Peter Tillmanns. Die Spielsaison 1946/47 war wiederum sehr erfolgreich und sah den Club am Ende der Serie bei 12 Vereinen auf dem dritten Tabellenplatz. Auf der Generalversammlung am 1. August 1947 wurde Dr. Nippesen zum 2. Vorsitzenden gewählt, während Willi Büschgens den bisherigen Schriftführer Peter Tillmanns ablöste.


Der Verein wurde stärker und stärker und Ende 1947 zählte er 180 Mitglieder. Die 1. Mannschaft führte in diesem Jahr bis zum letzten Spieltag die Tabelle an und vergab durch eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen den FC Hüls die Chance, in die Bezirksklasse aufzusteigen.



Willich und Schiefbahn im Clinch


Um die wenigen „alten Recken“, die Krieg und Gefangenschaft überlebt hatten, wie E. Lang, J. Damas, R. Verlack und P. Köntges, scharten sich nun junge Talente, wie Josef Heisters, Hans Stinnertz, Albert Bertzen, Willi Schaath, Josef Thyssen, Heinz Plischka und Müller, die im Jahre 1949 die 1. Mannschaft des Sport-Clubs bildeten. Unvergessen der kämpferische Einsatz, die große Begeisterung, die gerade diese jungen Leute mitbrachten und die dazu führte, dass der Sport-Club bald seine Vorkriegsstärke erreichte. Unvergessen aber auch die harten Auseinandersetzungen, die sich die Schiefbahner und Willicher Fußballsportler gerade in jenen Tagen lieferten.


Während Joses Baues mit gutem Erfolg dem Verein weiterhin leitete, wobei ihn Peter Schroers und Hans Aretz auf dem Posten des 2. Vorsitzenden abwechselnd unterstützten, wurde die Jugendarbeit weiterhin besonders gefördert. Die Jugendleiter Hermann Ronkholz und Hans Kamps, die sich unermüdlich um die talentierten Jugendlichen kümmerten, führten die A-Jugend schließlich im Spieljahr 1950/51 zur Gruppenmeisterschaft! Ein tragischer Unglücksfall löschte im Herbst 1951 das Leben des Schriftführers Walter Wolters aus. Ein schmerzlicher Verlust für den Verein. Infolge der kontinuierlich guten Aufbauarbeit wurde das Spieljahr 1952/53 das bis dahin sportlich erfolgreichste Jahr für den Sport-Club 08.


Josef Baues hört auf


Während die Reservemannschaft Gruppenmeister wurde, benötigte die 1. Mannschaft im letzten Meisterschaftsspiel in Osterath nur noch einen Punkt, um Platz zwei und den damit verbundenen erstmaligen Aufstieg in die Bezirksklasse zu erreichen. Aber hier, wie auch in späteren Fällen, erwies sich die Glücksfee als nicht gerade den Schiefbahnern günstig gestimmt: ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz wurde notwendig, als man in Osterath eine 0:4-Niederlage bezog und auch das Entscheidungsspiel 0:5 verlor. Besonders tragisch war dabei, dass sich bereits im ersten Spiel der erfolgreiche Spielertrainer Josef Esters eine Meniskusverletzung zuzog, die seine sportliche Laufbahn beenden sollte.



Im Jahre 1953 legte Josef Baues, der fast 40 Jahre die Geschicke des Vereins geleitet hatte, den Posten des 1. Vorsitzenden nieder. Dass er anschließend einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Sport-Clubs gewählt wurde, zeigt, wie sehr sein unermüdliches Schaffen die Anerkennung der Vereinsmitglieder gefunden hatte. Ein Jahr später wurde dann beschlossen, auch das Vereinslokal in die von Josef Baues in der Zwischenzeit eröffnete Gaststätte „Zum Bürgerhaus“ zu verlegen vor allem die aktiven Mitglieder hatten auf diesen Wechsel gedrängt.


Vorstand trat zurück


Fritz Weber, der 1953 Nachfolger von Josef Baues geworden war, leitete nun den Fußballclub zwei Jahre lang bis zum 8. April 1955. Nun wurde an die Spitze des Vereins erstmalig mit Karl Schäfer ein amtierender Bürgermeister der Gemeinde Schiefbahn gestellt. Es war aber abzusehen, dass auf Dauer die anstrengende Berufstätigkeit des neuen Vorsitzenden sowie dessen ehrenamtliche Tätigkeit an der Spitze des Rates nicht genügend Zeit lassen würde, um die Interessen des Vereins so zu wahren, wie man es gern gesehen hätte. Zumal auch der 2. Vorsitzende, Heinrich Schwengers, beruflich sehr beansprucht war. So wurde 1955 erneut Fritz Weber zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter wurde Heinrich Holzapfel.


Im Januar 1958 musste eine außerordentliche Versammlung einberufen werden, da der gesamte Vorstand plötzlich zurücktrat. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender wurde Willi Schaath,


2. Vorsitzender Heinrich Holzapfel, 1. Geschäftsführer Peter Rosellen, 2. Geschäftsführer Jakob Motes, 1. Kassierer Hubert Einköther, 2. Kassierer Willi Jakobs und Jugendleiter Willi Haubus.



Karlheinz Schmitt kam!


Im Jahre 1960 trat dann mit Karlheinz Schmitt ein Mann an die Spitze des Vereins, der sehr ehrgeizige Pläne entwickelte. Er selbst wird am besten berichten können, wie die Entwicklung des Fußballclubs 08 weiter verlief: „Die nächsten 10 Jahre verliefen in sportlicher Hinsicht oftmals recht turbulent, denn die 1. Mannschaft stand im ständigen Kampf um den begehrten Aufstieg in die Bezirksklasse. Gute sportliche Leistungen brachte die Mannschaft immer wieder an die Tabellenspitze. Nach der Spielserie 1964/65 hatte es den Anschein, dass das begehrte Ziel erreicht werden könnte, denn das Team wurde mit großem Vorsprung Gruppenmeister der Kreisklasse, Gruppe Ost. Nahezu 500 Schiefbahner Fußballfreunden blieb leider im notwendigen Entscheidungsspiel gegen den Meister der Gruppe West, TuRa Brüggen, eine unglückliche Niederlage nicht erspart. Auch die folgende Qualifikationsrunde brachte uns nicht den ersehnten Erfolg, da wir nach einer Niederlage gegen Bergheim und Siegen über Grevenbroich und Windberg nur Zweiter wurden.“


Auch in der Spielserie 1966/67 kam es zu einem packenden Zweikampf mit Preußen Krefeld, den die Krefelder im Endspurt knapp für sich entschieden. Ein bewährter Spielerstamm aus den Vorjahren, verstärkt durch gute Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend sowie einige bemerkenswerte Neuzugänge, versprachen unter der Leitung des neu verpflichteten Trainers Albert Ziegelmeier ein erfolgreiches neues Spieljahr.


Freundschaft mit Linselles


Auch unsere Jugendabteilung, seit Jahren ständig im Wachstum begriffen, hat unter der Leitung bewährter Männer gute sportliche Erfolge erzielt. Durch den Einsatz qualifizierter übungsleiter konnten die Leistungen mehr und mehr abgerundet werden.


Es wurden gute Beziehungen zu anderen Vereinen geschaffen, die erstmalig im Jahre 1964 durch ein internationales Jugendturnier ihren ersten Höhepunkt fanden. Im darauf folgenden Jahr kamen wir einer Einladung zum Turnier nach Linselles nach und legten damit den Grundstein zu einer deutsch-französischen Freundschaft!


Als unsere französischen Freunde 1966 in Begleitung des Gemeinderates zum zweiten Mal offiziell nach Schiefbahn kamen, um sich in sportlichem Wettkampf mit ihren deutschen Freunden zu messen, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann sich die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden vollziehen würde. Im September 1966 war es dann soweit, die Partnerschaft zwischen Linselles und Schiefbahn wurde besiegelt. Ein Beispiel mehr dafür, dass der Sport nicht nur der Körperertüchtigung dient, sondern auch ohne nationale Ressentiments Brücken von Volk zu Volk schlägt. Ein weiteres Turnier im Mai 1967 in Linselles konnten unsere Jungen als Sieger beenden.


Moderne Sportanlage


Durch das ständige Wachstum des Vereins war es unumgänglich, die Sportanlage zu modernisieren. Die Gemeindeväter haben unseren Wünschen nach besten Kräften entsprochen und neben einem neuen Spielfeld entstand ein modernes Sporthaus. Die Flutlichtanlage wurde so verbessert, dass die Mannschaften auch in den Wintermonaten abends trainieren konnten.


Wir wollen an dieser Stelle nicht verkennen, dass auch der Amateursport in den letzten Jahren mit immer größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, um überhaupt erfolgreich bestehen zu können. Die Vereine der 1. und


2. Bundesliga sind stärker denn je auf der Suche nach jungen Nachwuchstalenten und scheuen sich nicht, Jugendliche schon im Alter von 13 bis 14 Jahren für sich anzuwerben.


Endlich: der Aufstieg!

Auch unser Verein ist in dieser Hinsicht nicht verschont geblieben. Obwohl der Sportclub schon Anfang 1960 verstärkt damit begann, den Leistungssport in Schiefbahn zu fördern, gelang erst in der Spielserie 1968/69 der lang ersehnte Aufstieg in die Bezirksklasse. Mit diesem Aufstieg hatte fast schon niemand mehr gerechnet, denn wir verloren als Meister der Kreisklasse West das Entscheidungsspiel gegen den Meister der Kreisklasse Ost, Bayer Uerdingen II, sang-und klanglos mit 1:6. Es gab aber dann für die Kreis-klassen-Zweiten noch eine Trostrunde um einen weiteren Bezirksklassenplatz. Diese Trostrunde konnten wir mit 5:1-Punkten als Erster beenden und stiegen auf.




2. Aufstieg mit Jürgen Seemann


Die nächsten drei Jahre in der Bezirksklasse wurden für den Verein sehr hart. Immer in der unteren Tabellenhälfte mussten wir Jahr für Jahr bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen. Der SC 08 spielte dabei immer in verschiedenen Gruppen. Erstmals in der Spielserie 1972/73 konnte er sich über die ganze Saison hinweg im oberen Tabellendrittel halten und hatte erstmals keine Abstiegssorgen. Als dann der Verein per 1. Juli 1973 den Ex-Vertragsspieler von Bayer Uerdingen, Jürgen Seemann, verpflichtete, der auch gleichzeitig der Spielertrainer war, konnte die Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten am 13. Spieltag die Tabellenführung übernehmen und gab diese bis zum letzten Spieltag nicht mehr ab. Wir waren in der Landesliga!


Das nachfolgende Spieljahr 1974/75 in der Landesliga verlief nicht sehr glücklich. Von Anfang an hatten wir viel Pech, verloren recht unglücklich manchen Punkt und waren nur im unteren Tabellendrittel zu finden. Da drei Mannschaften absteigen mussten, lieferten wir uns mit Ratingen 04 bis zum letzten Spielsonntag einen erbitterten Kampf um den begehrten viertletzten Tabellenplatz. Leider lag Ratingen am Schluss einen Punkt besser und blieb in der Landesliga. 1975/76 spielten wir dann in der Düsseldorfer Bezirksklasse und belegten einen vorderen Tabellenplatz. In der Serie 1976/77 kamen wir in die Neuss/Grevenbroicher Gruppe und wurden hinter Kapellen Tabellenzweiter. 1977/78 spielten wir mit Vereinen aus dem Krefelder Raum, dem Grenzland und einigen Teams aus dem Kreis Moers. Der Start war gut, wir führten einige Sonntage die Tabelle an. Dann aber kam zum Ende der 1. Serie eine böse 0:6-Schlappe gegen den bis dahin ebenfalls oben stehenden SV Schwafheim. Die Rückrunde begann, teilweise auch durch Verletzung wichtiger Stammspieler, wieder mit einigen Niederlagen, so dass wir uns am 20. Spieltag plötzlich nur noch im Mittelfeld der Tabelle fanden. Dann fing sich die Mannschaft wieder. Es ging unverkennbar aufwärts, jedoch war leider einer der beiden ersten zum Aufstieg berechtigten Plätze nicht mehr zu erreichen.



509 Mitglieder


Die Stadt Willich hatte dem ständigen Wachstum unseres Vereins Rechnung getragen und die Sportplatzanlage um eine moderne Rasenanlage erweitert. Die Voraussetzungen für ein leistungsgerechtes Training waren gegeben und zehn spielende Mannschaften gaben Zeugnis davon, dass der Fußballsport in Schiefbahn weiter auf dem Vormarsch war.


Der Sport-Club 1908 war in der Saison 1977/78 mit zehn Mannschaften im regelmäßigen wöchentlichen Spielbetrieb; in diesen zehn Teams wurden insgesamt 163 aktive Spieler eingesetzt. Der Verein hatte in dem Jahr folgenden Mitgliederbestand: aktive Spieler 163, aktive Vereinsmitglieder 139, passive und fördernde Mitglieder 107 also insgesamt 409 Mitglieder!


Sportlich gesehen konnte man auch in den folgenden Jahren mit dem Abschneiden unserer Seniorenmannschaften sehr zufrieden sein. Erstmalig konnten in der Serie 1977/78 wieder drei Seniorenteams für die Meisterschaftsrunden gemeldet werden.


Die 1. Mannschaft hatte in der Bezirksklasse einen furiosen Start und führte einige Wochen die Tabelle an. Gegen Ende der


1. Serie jedoch traf das Verletzungspech unsere ohnehin sehr dünne Spielerdecke sehr hart. Mit Beginn der 1. Serie mussten wir fünf Niederlagen in Folge hinnehmen und fielen ins Mittelfeld zurück.


Unsere Reservemannschaft lieferte sich monatelang mit der 1. Mannschaft von St. Hubert ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Wenn es letztlich nun doch nicht zum 1. Platz reichte, so gebührt der Mannschaft unser Dank für den vorbildlichen Einsatz und die gute Kameradschaft.



Das Spiel gegen Borussia


Die neu gebildete 2. Mannschaft musste sich naturgemäß erst einmal sportlich zusammenfinden, denn viele Sportkameraden waren neu zu uns gekommen bzw. hatten bisher nicht in Vereinsmannschaften gespielt. War die Mannschaft in der 1. Serie mehr oder weniger noch Punktelieferant, so konnte sie sich in der Rückrunde erheblich steigern und vom Tabellenende ins untere Mittelfeld vorstoßen. Auch diese Mannschaft zeichnete eine vorbildliche Kameradschaft aus.


Am 21. April 1978 wurde die neue Rasenanlage freigegeben. Im Eröffnungsspiel gegen Borussia Mönchengladbach unterlagen die Schiefbahner vor 1.800 Zuschauern (!) dem Bundesligisten mit 0:11-Toren.


Im Jahre 1983 stieg die 1. Mannschaft in die Landesliga auf und die Reserve in die Kreisliga B. Nachdem man lange Zeit ganz oben mitgemischt hatte, sprang für die Erste letztlich ein dritter Platz heraus. In der Saison 1984/85 belegte man den 2. Platz. Die Reserve stieg in die Kreisliga A auf!


Verbandsliga!


Auch in der folgenden Saison wurde die Meisterschaft nur knapp verfehlt. Wieder wurde unter Trainer Gerhard Janhsen ein zweiter Platz errungen. Gerhard Janhsen trainierte von Juni 1982 bis Mai 1986 das Team. Ihm folgte in der Spielzeit 1986/87 Wolfgang Kuhlen, der auf Anhieb mit der 1. Mannschaft den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte! 17 Spiele in Folge blieb er mit seiner Truppe dabei ungeschlagen fast eine kleine Sensation. In der neuen Umgebung sprang dann im Jahr 1987/88 ein respektabler


6. Rang heraus. Alle Achtung, waren wir doch Neulinge! Und wie wird die sportliche Zukunft aussehen? Obwohl das 2. Jahr in einer neuen Klasse oft viel schwerer als das 1. ist, sehen die SC-Verantwortlichen dieser Herausforderung recht gelassen entgegen. Da kein Akteur der Stammbesetzung den Verein verlassen hatte und an die Stelle von einigen „Edelreservisten“ neue leistungsstarke Leute verpflichtet werden konnten, dürfte der Optimismus nicht unbegründet sein, zumal mit Trainer Wolfgang Kuhlen eine Vertragsverlängerung schon rechtzeitig vereinbart werden konnte.



Bundesverdienstkreuz für Schmitt


Wie die Mannschaft hat sich auch der Vorstand in den letzten zehn Jahren stark verändert; es tauchten neue Gesichter auf, die mit Frische und Elan die Arbeit aufnahmen. Geblieben sind allerdings als


1. Vorsitzender Karlheinz Schmitt, dem im Oktober 1986 für seine exzellente Vereinsarbeit das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Geblieben ist auch Paul Nilges, der seit vielen Jahren als Vize-Präsident und Haupt-Geschäftsführer eine große Entlastung für den Präsidenten war.


Dem Verein gehörten im Jubiläumsjahr 1987 642 Mitglieder an, davon 395 aktive und passive Senioren, 145 Jugendliche und 102 fördernde Mitglieder.


Dunkle Wolken


Wenn auch in sportlicher Hinsicht der Sportclub 08 auf dem absoluten Höhepunkt in seiner 80jährigen Geschichte war, so konnte man auch nicht die dunklen Wolken übersehen, die hier wie überall im Sport aufzogen. Nichts wäre falscher, als den Kopf in den Sand zu stecken. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Schlagworte wie Kommerzialisierung, Doping und Manipulation von Spielen. Gefahren des Hochleistungssports, die die Grenzen aufzeigen, die den Sportvereinen gesetzt sind. Die wachsende Freizeit, die Mentalität der Konsumgesellschaft, der Verlust an Identität und Idealen dies alles wirft Probleme auf, die bewältigt werden müssen.


Ein Problem war für den Sportclub 08 schon damals das zu geringe Interesse der Zuschauer. Die Leistungen, die in der zweithöchsten Amateurklasse geboten wurden, müssten eigentlich eine viel größere Resonanz in der öffentlichkeit finden, zumal damit in dem kleinen Ort Schiefbahn ein beachtlicher Leistungssport geboten wurde. So hatte es der Verein immer schwer, seine enorm angewachsenen Kosten zu decken; eine Unterstützung durch eine fördernde Mitgliedschaft, durch Spenden sowie durch den Besuch der Meisterschaftsspiele würden zu einer großen finanziellen Entlastung beitragen.


„Glück auf“ für die Zukunft


Betrachtet man die Geisteshaltung, mit der die Vereinsgründer 1908 ans Werk gingen; Vaterlandsliebe, Treue, Gehorsam als Attribut der körperlichen Ertüchtigung oder die Haltung, die bei den Festreden anlässlich des 30jährigen Jubiläums im Jahre 1938, im „tausendjährigen Reich“ also, zum Ausdruck kamen, da muss einem schon die heutige Einstellung mancher Sportler und mancher Sportfunktionäre, die im Rampenlicht des deutschen und internationalen Sports stehen, eigenartig anmuten. Aber was man sieht, ist ja nur eine Teil des Ganzen: Was beständig blieb, ist die Begeisterung der ganz jungen Sportler, der Kinder und Jugendlichen, die unverbildet und nur aus Freude am Ballspielen dabei sind, ist das Engagement der vielen ehrenamtlichen Betreuer, Helfer und übungsleiter, die sich mit Liebe und Hingabe dem Nachwuchs widmen. Wer fährt denn schon sonst mit Jugendlichen an den freien Wochenenden hinaus, betreut diese Kinder, wie die Eltern es kaum besser können, steht aber sonntags auch hinter der 1. Mannschaft, wenn diese Rückendeckung und Unterstützung benötigt. Diese Idealisten, die auch im SC 08 in Schiefbahn im Stillen arbeiten, sind es, die uns hoffen machen sind es, die allen Widrigkeiten zum Trotz den Glauben an das Ideale, an das Gute im Sport stärken.


In diesem Sinne darf man dem Jubelverein mit gutem Gewissen ein „Glück auf“ für den weiteren Weg in die sportliche Zukunft zurufen.


Ludwig Hügen



Großes Interesse auch 1949 in Willich. Der damalige 1. Vorsitzende, Josef Baues, an der Außenlinie.


Spielbericht


2. Mannschaft:


Siebzehnmeter: In seinem Buch „Elfmeter“ berichtet Rene Martens von zwei Siebzehnmetern bei der Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay. Der Mexikaner Manuel Rosas musste damals gegen Argentinien zwei Elfmeter aus 17 Metern Entfernung schießen. Da im Stadion kein Strafstoßpunkt markiert worden war, maß der bolivianische Referee Ulysses Saudeco den Abstand selber ab und landete außerhalb des Strafraumes! Rosas verwandelte zweimal, aber jeweils erst im Nachschuss. Mexico unterlag dennoch 3:6.


Die Zulu-Kicker: Im Herbst 1879 trat eine Stadtauswahl von Sheffield im Stadion an der Bramall Lane gegen eine Auswahl von Zulu-Kriegern an. Die Gäste, angeführt von ihrem König Cetewayo, legten Speere und Schilde am Spielfeldrand ab und spielten dann groß auf. Gegen die damals besten Fußballspieler der Welt siegten sie 5:4. Während des Spiels verwischten sich durch den Schweiß jedoch die geschwärzten Gesichter, und auch der letzte Zuschauer erkannte, dass es sich um als Zulus verkleidete heimische Spieler handelte. Sie sammelten auf diese Weise Geld für die Witwen und Waisen jener englischer Soldaten, die zehn Wochen zuvor bei verlustreichen Schlachten gegen Zulus in Südafrika gefallen waren.


Die Wahrheiten des ehemaligen deutschen Nationaltrainers Sepp Herberger: Der Ball ist rund. Das Spiel dauert 90 Minuten.


Die Leute gehen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Der schnellste Spieler ist der Ball.


Ottmar Hitzfeld als Torjäger: Bis heute hält der nach Titeln erfolgreichste deutsche Vereinstrainer auch einen Torrekord. Im Trikot des VfB Stuttgart erzielte Ottmar Hitzfeld am 37. Spieltag der Saison 1976/77 beim 8:0 über Jahn Regensburg sechs Tore. Er ist damit bis heute in der zweiten Liga der einzige Spieler, dem das gelungen ist.



Fünf Tore in einem Bundesligaspiel geschossen und doch verloren: 7. Juni 1969: Borussia Mönchengladbach bei Werder Bremen 5:6 ( 3:4 ); 18. September 1976: VfL Bochum gegen Bayern München 5:6 ( 3:0 ).


Nürnberg und Fürth für Deutschland. Zweimal stellten der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Fürth die komplette deutsche Nationalmannschaft. Am 13. Januar 1924 wurden in Nürnberg gegen österreich sechs Nürnberger und fünf Fürther eingesetzt. Beim Spiel gegen Holland in Amsterdam am 21. April des gleichen Jahres waren es sechs Fürther und fünf Nürnberger. Beide Partien wurden mit 4:3 bzw. 1:0 gewonnen.


Kantersiege in der Bundesliga:


29.4.1978: Borussia Mönchengladbach


Borussia Dortmund 12:0, 7.1.1967: Borussia Mönchengladbach Schalke 04 11:0, 27.11.1971: Bayern München


Borussia Dortmund 11:1, 6.1.1982: Borussia Dortmund Arminia Bielefeld 11:1, 4.11.1967: Borussia Mönchen-gladbach


Borussia Neunkirchen 10:0, 11.10.1984: Borussia Mönchengladbach Eintracht Braunschweig 10:0. Der bislang höchste Auswärtssieg gelang am 26.3.1966 dem MSV Duisburg beim 9:0 bei Tasmania Berlin.


Hattricks im deutschen Pokalfinale: 1963: Uwe Seeler (Hamburger SV) beim 3:0 gegen Borussia Dortmund; 1986: Roland Wohlfahrt (Bayern München) beim


5:2 gegen den VfB Stuttgart.


Schnellster Hattrick, nach 89 Sekunden: Magnus Arvidson (IFK Hasselhom), 2. Liga, Schweden, 1995.


Nach Tieren werden besonders gerne Nationalmannschaften in Afrika benannt: Adler: Mali, Adler von Karthago: Tunesien, Eichhörnchen: Benin, Elefanten: Elfenbeinküste, Falken: Sudan, Wüstenfuchs: Algerien, Hengste: Burkino Faso, Kraninche: Uganda, Löwen: Marokko und Kamerun, Mambas: Mozambique, schwarze Panther: Angola, Skorpione: Gambia, Spatzen: Burundi, Sperber: Togo, Wespen: Ruanda, Zebras: Botswana.


Seltsames Spiel: Am 20. Oktober 1971 spielte Borussia Mönchengladbach gegen Inter Mailand. Gladbach spielte groß auf und gewann 7:1. Dabei wurde der Mailänder Spieler Boninsegna von einer Büchse getroffen, die ein Zuschauer geworfen hatte. Die UEFA annullierte die Partie und ließ sie in Berlin wiederholen. Gladbach schied nach einem 0:0 (Spiel in Mailand 2:4) aus. Dennoch hier noch einmal die Torfolge beim Spiel in Mönchengladbach,


1:0 (7.) Heynckes (Vorarbeit Netzer), 1:1 (20.) Boninsegna (direkter Freistoß), 2:1 (21.) Le Fevre (nach Flanke Wimmer), 3:1 (35.) Le Fevre (nach Eckball Kulik), 4:1 (41.) Netzer (direkter Freistoß), 5:1 (44.) Heynckes (Vorarbeit Kullik), 6:1 (63.) Netzer (Vorarbeit Heynckes), 7:1 (83.) Sieloff (Foulelfmeter).


Die größten Städte, die noch nie einen Fußball-Erstligisten hatten: Bonn, Wiesbaden, Augsburg, Chemnitz, Halle/ Saale, Kiel, Magdeburg, Lübeck, Erfurt, Hagen, Kassel, Hamm, Herne, Mülheim (Ruhr), Osnabrück, Solingen,, Ludwigshafen (Rhein), Oldenburg, Neuss, Potsdam, Heidelberg, Paderborn, Würzburg, Regensburg, Recklinghausen, Göttingen, Heilbronn, Bottrop, Ingolstadt, Pforzheim.


Schöne Fußballwörter. Der Fußball hat einige eigene Wörter hervorgebracht und andere ganz für sich in Beschlag genommen, deren Reiz man sich kaum entziehen kann: Abseitsfalle, Ballbesitz, Bogenlampe, dribbeln, Fallrückzieher, Flutlicht, Hackentrick, Heimspiel, Kantersieg, kurzes Eck, Rasenheizung, raumöffnend, Schienbeinschoner, schlenzen, Schussbein, Seitfallzieher, toter Ball.



Montag,SilvesterballVereinsheim
31.12.2007 19:30 Uhr
Samstag/Sonntag,Senioren-Stadtmeisterschaftsiehe
05./06.01.2008 Lokalpresse
Sonntag,KarnevalTulpensonntagszug
03.02.2008 Anrath, 13:11 Uhr
Sonntag,FestbankettKulturhalle
24.02.2008 11:00 Uhr
Freitag,Fußballspiel:Sportplatz
04.04.2008 SC-Verbandsligateam 1986/87
gegen
Traditionsmannschaft MSV Duisburg
Siedlerallee
18:00 Uhr
Sonntag,Ehemaligen-TreffSportplatz/
04.05.2008 EhrungenVereinsheim
11:00 Uhr
Samstag,Open-Air-KonzertSportplatz
10.05.2008 „The Missing Links“19:00 Uhr
Samstag/Sonntag,InternationalesSportplatz
10./11.05.2008 Pfingstturnierjeweils 9:00 Uhr
Samstag,Fußballspiel:Sportplatz
31.05.2008 SC AH
gegen
KFC Uerdingen
Samstag,InternationalesSportplatz
07.06.2008 AH-Turnier Vereinheimsiehe Lokalpresse

Sportplatz siehe Lokalpresse Außerdem sind weitere Veranstaltungen im Vereinsheim vorgesehen, so Oldie Night, Partys oder Halloween. Ferner werden Ausstellungen vorbereitet.



Samstag,Fußballspiel: Sportplatz
2.8.2008 SC-Verbandsligateam 1995/96 16:00 Uhr
gegen
Bor. Mönchengladbach Weisweiler-Elf
Samstag, Open-Air-Konzert Sportplatz
2.8.2008 mit „Rooftop“ 18:00 Uhr
Samstag, Galaabend, Kultur-oder
13.9.2008 Show & Tanz Realschulhalle
mit „Rooftop 20:00 Uhr
Mittwoch, Silvesterball Vereinheim
31.12.2008 Ausklang 20:00 Uhr

Bei Redaktionsschluss dieses Jubiläumsbuches waren darüber hinaus die Verhandlungen, einen Erst-oder Zweitligisten im Jubiläumsjahr nach Schiefbahn zu holen, noch nicht abgeschlossen.


Weitere Termine entnehmen Sie daher der Lokalpresse oder unserem Fußballmagazin „SC Aktuell“:


Es ging weiter. Mit Trainer Wolfgang Kuhlen landete die Erste im zweiten Verbandsliga-Jahr auf einem guten Mittelfeldplatz. Treueste Fans waren unter anderem die Ehrenmitglieder Hubert Einköther, Josef Thyssen und Heinrich Holzapfel. Mit einer Festwoche im August 1988 wurde das 80jährige Bestehen gefeiert. Ehrenmitglied Heinz Hönig wurde 70. „Kalla“ Claßen zog sich bei einem Hallenturnier einen Wadenbeinbruch zu. Und es gab weitere schlechte Nachrichten: Coach Wolfgang Kuhlen verließ den SC, ging nach Bayer Uerdingen. Jupp Levels löste ihn als Trainer ab.


Weitere Ehrung für den Präses


1989 erhielt Präses Karlheinz Schmitt aufgrund seiner großen Verdienste für den Schiefbahner Fußballclub die Bundesverdienstmedaille. Aber es waren auch die vielen Helfer hinter den Kulissen, die sich stets für den SC stark machten, so als wichtiges Bindeglied Hans Odenthal. Der Kader der ersten Mannschaft zu der Zeit: Wolfgang Kivelip, Thomas Rankers, Herbert Stahn, Bernd Fassbender, Jürgen Weinkopf, Klaus-Dieter Hügens, Jupp Lankes, Reha Acar, Robert Dohrmann, Wolfgang Jeschke, Ralf Boortz, Peter Mentzel, Klaus Hoesen, Michael Scheelen, Uwe Schäfer, Michael Jansen, Reiner Franken.


Hubert Einköther wurde 87


Mit dem Jugendfußball beim SC war kein großer Staat zu machen: nur vier Juniorenteams nahmen in der Saison 1988/89 am Spielbetrieb teil. Präses Schmitt suchte nach Nachwuchskickern und Mitarbeitern. In der Verbandsliga hatte der SC mittlerweile positiv auf sich aufmerksam gemacht. Auch wenn Jupp Levels nur ein Jahr das Team trainierte; ihn löste zu Beginn der Spielzeit 1990/91 Peter Mentzel ab. Im Mittelpunkt stand aber in diesem Jahr auch Hubert Einköther, der 87 Jahre alt wurde und nahezu fünf Jahrzehnte für den SC tätig war.



Zuschauerinteresse gering


Die Erste spielte im vierten Jahr in der Verbandsliga. Es sollte erst einmal das letzte Jahr sein: erst am 12. Spieltag gelang der erste Sieg: Bayer Uerdingen (A) wurde 1:0 geschlagen. Der Abstieg in die Landesliga war nicht mehr zu umgehen. Schon damals war das Zuschauerinteresse sehr gering. Hingegen wurde die Kameradschaft bei den Seniorenmannschafen groß geschrieben. Vorallem beim Alt-Herren-Team, das bei seiner Mallorca-Tour weitere Freunde gewann.


Mit dem Beginn der Spielzeit 1991/92 war Karlheinz Schmitt seit mehr als drei Jahrzehnten als Präses und Hauptsponsor für den Verein zu einem unverzichtbaren Bestandteil geworden.


Treffen der Alt-Aktiven


Trotz aller Bemühungen schaffte die 1. Mannschaft den Wiederaufstieg erst einmal nicht. Der Spielführer hieß damals André Verholt. Auch an die ehemaligen Spieler wurde gedacht. So kamen zu einem Treffen der Alt-Aktiven Hans Esser, Hans Billen, Willi Giesing, Hans Odenthal, Fritz Esser, Josef Thyssen, Hubert Plischka, Josef Heisters, Rolf Hausmann, Rudi Verlack, Kurt Franken, Engelbert Lang, Heinz Stumpen und Josef Töller. Und was den Verantwortlichen noch gelang: mit Heinz-Peter Schulze begann die Jugendabteilung so langsam auf sich aufmerksam zu machen. Jugendleiter Schulze sorgte für eine bemerkenswerte Aufwärtsentwicklung.


Johannes Rau würdigte


Auch zu Beginn des Jahres 1993 blieben die Seniorenmannschaften mit wenigen sportlichen Erfolgen hinter den Erwartungen zurück. Die erste Mannschaft belegt „nur“ den 6. Platz in der Landesliga. Ein schlechter Start in der Spielzeit 1993/94. Eines der Erfolgserlebnisse war der 3:2-Sieg gegen VfB Kleve; dreifacher Torschütze war Guido Hülskath.


Die Jugend machte durch ein großes Jubiläums-Pfingstturnier anlässlich der 30jährigen Freundschaft mit Linselles auf sich aufmerksam. Ihr Engagement wurde auch vom damaligen NRW-Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten, Johannes Rau, in einem Grußwort gewürdigt.


Karlheinz Schmitt starb!


„Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest.....:“ dies schrieb Karlheinz Schmitt in der am 5. Dezember 1993 erschienenen „SC Aktuell“. Der verdiente und geachtete SCler sollte das Weihnachtfest nicht mehr erleben. Unfassbar für alle starb Karlheinz Schmitt am 3. Dezember 1993.


Die Lücke, die er hinterließ, konnte bislang nicht mehr geschlossen werden. Bereits zwei Wochen nach seinem Tod würdigte die Jugend durch einige Karlheinz Schmitt-Gedächtnisturniere die großen Verdienste des scheidenden Präsidenten.


Weg in die Sackgasse


„Quo Vadis SC 08......?“ dies schrieb der Geschäftsführer Spielbetrieb, Heinz Stumpen, im Januar 1995 im Vereinsmagazin. Es sollte erst einmal ein Weg in die Sackgasse werden, denn mit (Dr.) Erich Bunte hatte mittlerweile ein Mann das Ruder beim SC übernommen, der sich nur vordergründig für die Belange der Sportler einsetzte, ansonsten aber in einige kriminelle Geschäfte verwickelt war. Dies führte dazu, dass Erich Bunte 1994 als SC-Vorsitzender suspendiert werden musste.


Ein Notvorstand mit Hans-Dieter Neetenbeek, Ralf Terhorst und Norbert Kothen wurde eingerichtet. Die Spielzeit 1995/96 nur den dritten Platz belegte. 500 Mitglieder zählte zu dem Zeitpunkt der SC, davon 200 Kinder und Jugendliche.



gab es eine Veränderung: Günter Klinger löste Heinz-Peter Schulze als Jugendleiter ab. Immer mehr Kinder und Jugendliche hatten in den letzten Jahren den Weg zum SC gefunden. So wurden in der Spielzeit 1995/96 16 Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet. Soviel wie noch nie!


1.100 Zuschauer in Neuss!


Indes spielte die erste Mannschaft weiterhin in der Landesliga. 1996 kamen zum Spitzenspiel beim VfR Neuss 1.100 Zuschauer(!); das Spiel ging unglücklich


0:1 verloren. Nach wie vor trainierte Peter Mentzel das Team, das lange Zeit um den Aufstieg mitspielte, aber am Ende der männer über. Sie begannen mit der Erweiterung der Jugend-und Freizeiträume. In beträchtlicher Eigeninitiative wurde das Vereinsheim um-und ausgebaut. Das Bauleiter-Team, angeführt von Olaf Eisenschmidt, Ralf Terhorst und Heinz Stumpen, schuf mit seinem Helferstab die Voraussetzung, dass das Vereinsheim auch in der weiteren Umgebung zu einer mehr als guten Adresse wurde.


Ruhestand des Platzwartes


Gratulationen gingen Ende 1996 an „Juppi“ Einköther, der zu dem Zeitpunkt 15 Jahre engagiert im Jugendvorstand arbeitete. „Juppi“ machte natürlich weiter. Indes ging man weiter auf die Suche nach einem neuen Vorsitzenden: „Fehlanzeige“ auch bei der Mitgliederversammlung am



21. Februar 1997. Im Frühjahr warf Peter Mentzel wegen des ausbleibenden Erfolgs das Handtuch, Interimstrainer wurde Reha Acar. Ab der Spielzeit 1997/98 trainierte Horst Riege das Landesliga-Team. Im Mai 1997 war noch Platzwart Hans Odenthal in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.


Die Jugend machte weiterhin positiv auf sich aufmerksam. Jugendleiter war nach wie vor Günter Klinger, sein Stellvertreter hieß Josef Reinders. Unter anderem engagiert mit dabei waren Ingolf Dörper und Jürgen Pinnecke. Letzterer war nach einem Dachsturz an den Rollstuhl gefesselt. Trotz dieses Handicaps wurde Jürgen Pinnecke viele Jahre als Trainer und später als Jugendleiter zu einem unverzichtbaren Stützpfeiler des Vereins.


Das Vereinsheim wurde indes immer schöner. „Super“, „optimal“ oder „ein Schmuckstück“ dies waren auch von vielen auswärtigen Gästen die Kommentare, als sie das neue Vereinsheim betraten.


„Bleibt auf dem Teppich“


Horst Riege war in der Spielzeit 1997/98 erstmals Coach der ersten Mannschaft, die zweite trainierte Jörg Deuß. Nach der Hinrunde hatte Horst Riege bereits ganze Arbeit geleistet: hinter Kapellen-Erft stand die Erste auf dem zweiten Tabellenplatz! „Bleibt auf dem Teppich“ schrieb im Frühjahr 1998 Riege in „SC Aktuell“. Aus dem „Teppich“ wurde sensationell das Siegerpodest: die Mannschaft mit dem „Vollstrecker“ Mike Klein (30 Tore in der Spielzeit 97/98!) hatte am 21. Spieltag die Tabellenspitze übernommen und gab sie nicht mehr ab. Spieler der Saison wurde Torwart Marcus Büchele. Keine Frage, dass Horst Riege verlängerte.


90 Jahre SC Schiefbahn


Vor 230 Gästen wurde bei einer Gala in der Kulturhalle im Oktober 1998 das 90jährige Bestehen gefeiert. Stellvertretend für die vielen Helfer wurden dabei Ralf Terhorst, Ehrenmitglied Hubert Plischka und „Juppi“ Einköther geehrt. Kurz zuvor hatte sich auch ein neuer Vorstand gebildet. Mehrere Geschäftsbereiche wurden ins Leben gerufen. In den Unterabteilungen arbeiteten Ralf Terhorst, Jürgen Koch, Jürgen Weinkopf, Norbert Kothen, Dieter Mellin, Olaf Eisenschmidt und Heinz Stumpen. Die Vertreter der Kinder und Jugendlichen hießen Günter Klinger und Josef Reinders. 1999 löste Jürgen Pinnecke Günther Klinger als Jugendleiter ab. Die Juniorenmannschaften holten sich einige erste Plätze, machten ferner bei Turnieren, Ameland-Fahrten oder weiteren Unternehmungen auf sich aufmerksam.


Späte Absage von Riege


Die Erste übertraf mit Platz 11 in der Verbandsliga-Spielzeit 1998/99 alle Erwartungen. Dennoch kam es zu einigen personellen Veränderungen. So hörte überraschend Horst Riege auf. Spät kam seine Absage. Als neuer Trainer wurde Peter Vogel verpflichtet. Etwa 90 Personen kamen 1999 zum Ehemaligen-Treff. Hans Odenthal, Hans Cranen und Josef Gens hatten dieses Treffen vorbereitet.


Trotz einiger Turbulenzen belegte die erste Mannschaft in der Spielzeit 2000/01 den siebten Platz in der Verbandsliga. Einer der SC-Mitgründer, Dr. Wilhelm Wirtz junior, starb im Jahr 2000 im Alter von 105 Jahren in Freiburg. Ehrenmitglied Hans Odenthal starb am 7. Oktober des gleichen Jahres im Alter von nur 66 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt waren Bine Josten und Brigitte Nellen für die Führung des Clubheimes verantwortlich.


Auseinandersetzungen


Als ein „schwarzer Tag“ sollte der 12. November 2000 in die Geschichte des SC eingehen. Im Vereinsheim kam es zu einigen verbalen Auseinandersetzungen, die unter anderem mit den Rücktritten von Ralf Terhost, Jürgen Weinkopf und Reha Acar endeten. Auch Fußball-Obmann Werner Fuck machte wenig später nicht mehr weiter. Dem Verein drohte das Aus. Für den Fortbestand setzten sich vor allem die älteren Mitglieder ein. Keine leichte Aufgabe für den neuen Vorsitzenden Gustav Frenken. Im Februar 2001 gehörte neben Gustav Frenken dem neuen Vorstand an: Uwe Kirchkamp, Heinz Stumpen, Günter Klinger, „Juppi“ Einköther, Andrea Toups, Jürgen Koch, Herbert Schmitt, Jochen Pulm und Hans-Peter Odenthal.


Auch die Sponsorengelder wurden immer weniger. Einige Spieler verließen den Verein. So war der Abstieg in die Landesliga am Ende der Spielzeit 2000/01 nicht mehr zu umgehen. Mit zahlreichen „Eigengewächsen“ starteten die Trainer Peter Vogel und Dieter Mellin auch in die Spielzeit 2001/02. „Der Klassenerhalt wäre wie eine Meisterschaft“, meinte damals Peter Vogel. Der komplette Verbandsliga-Kader hatte dem SC den Rücken gekehrt. Auch Horst Padberg, der Peter Vogel ablöste, konnte nichts machen: das Team rutschte weiter in die Bezirksliga.


3:3 gegen den 1. FC Nürnberg


Der neue Trainer Dieter Mellin schaffte zumindest in der Spielzeit 2002/03 den Klassenerhalt. Neue Leute im Vorstand waren Manfred Lucas und Klaus Meiners. Die AH-Mannschaft von Thomas Hauser gelang bei einem Turnier ein Achtungserfolg: gegen das ehemalige Meisterteam des 1. FC Nürnberg spielt man 3:3.


Ob seiner großen Verdienste wurde Heinz Stumpen Ende 2002 zum Ehrenmitglied ernannt. Wenige Monate später verabschiedete er sich gemeinsam mit Herbert Schmitt aus den Führungsriegen.



Rasante Talfahrt


Bei der jungen und unerfahrenen ersten Mannschaft nichts Neues: sie konnte den Ansprüchen nicht genügen. Die Talfahrt ging am Ende der Spielzeit 2003/04 weiter: der Abstieg in die Kreisliga A und ein Jahr später sogar in die Kreisliga B. Zwischenzeitlich hatte Roger Steinbach den zum VfR Fischeln wechselnden Dieter Mellin als Trainer abgelöst.


„Wir fühlen uns von etlichen Mitgliedern im Stich gelassen“, warf der resignierte Gustav Frenken das Handtuch.


2006 gründete sich dann ein neuer Vorstand. Neben dem Vorsitzenden Norbert Kothen („Wir müssen wieder mehr miteinander statt übereinander reden.....“) gehörten ihm an: Bernard Faas (2. Vorsitzender), Toni Platen (Geschäftsführer), Dominik Reichenberg (Schatzmeister), Klaus Meiners (Fußballobmann) sowie die Beisitzer Dieter Holzapfel und Martin Tschackert. Trainer blieb Roger Steinbach, der die jungen Mannschaften in den Spielzeiten 2006/07 und 2007/08 wieder in vordere Regionen der Kreisliga B führte.


Trainerin Tanja Klingen


Ende 2007 hatte der SC Schiefbahn rund 400 Mitglieder, davon 200 Kinder und Jugendliche.


Der derzeitige Jugendleiter heißt Guido Klingen, der mit seinem Team bereits einiges bewegt hat. Bestnoten verdienten sich in den letzten Jahren noch bei der Bewirtung des Vereinsheimes Barbara Kleinkauertz, Bine Josten, Brigitte Nellen, Andrea und Dieter Toups, Marion und Dieter Mellin, Sylvia und Dieter Knuppertz, Johanna Rath u.v.m. Für die „schönste Nebensache der Welt“ beim SC sorgen weiterhin die zahlreichen Trainer, Betreuer, Helfer und Vorständler. Auch immer mehr Frauen scheuen sich der Verantwortung nicht. Alle voran Tanja Klingen, die die Trainerin einer Jugendmannschaft ist.


Willi Schöfer




Hier die Original-Chronik des Vereins als PDF-Datei



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